Berichte zu unseren Touren

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Grandioso Video - Italienisch-Deutscher-(Spontan)Chor mach Stimmung auf der Kölner Hütte

Ein nicht ganz alltägliches Erlebnis hatten unsere Bergfreunde auf ihrer Rosengartentour, die von Udo Merten im Juli 2009 geführt wurde. Die Gesangsdarbietungen der italienischen Gäste veranlasste unsere Gruppe am Abend kräftig mitzumischen. Die ganze Kölner Hütte wurde kurzerhand zur Schunkelzone erklärt.
 
Von den Italienern wurde das alles per Video festgehalten und auf www.montagnin.it veröffentlicht. Zum Glück wurden die Kontaktdaten ausgetauscht und nun kann Jedermann sehen, wie schön die Bergtouren mit dem Alpenverein sein können. Jedenfalls hatten die TeilnehmerInnen, wie im Film zu sehen, jede Menge Spaß.

Unsere Sektion bedankt sich ganz herzlich mit einem mille grazie für diesen Kurzfilm. Am Besten gleich anschauen.
Link direkt zum Video

(Hinweis: Zum Abspielen des Videos wird ein Quicktime-Plug-In von Apple für Ihrer Browser benötigt, welches Sie sich hier herunterladen können.)





 


Bilder Tour Lechquellengebirge
Bilder der Tour (bitte anklicken)

Am Ursprung des Lech`s
von unserem Mitglied Udo Merten

Die Lechtaler Alpen sind den meisten wohlbekannt. Fragt man aber nach dem Lechquellengebirge, erntet man nur Schulterzucken. Fragt man aber nach Lech/Zürs, dann erhellen sich die Mienen. Es ist ein sehr schönes Gebiet für Hochgebirgswanderungen. Zwei wunderschöne Seen säumen die Bergpfade. Der Spullersee und der Formarinsee.

Aber mal von Anfang an. Zwei Touren durch das Lechquellengebirge waren ausgeschrieben und die Anmeldungen sehr hoch. So konnte ich beide Male mit voller Besetzung Mitte und Ende Juli starten. Anfahrt nach Lech mit den Autos. Hier unter der Kirche kann man in der Tiefgarage kostenlos  (Sommer) tagelang parken.

Bei schönem Wetter wanderten wir zunächst entlang des jungen Lech´s bis nach Zug. Links ab und zunächst steil durch Tannenwald in Richtung Stierlochjoch (2009 m)  Das Tal weitete sich und der Blick zurück streifte vom Biberkopf – südlichster Berg Deutschlands – über den Mohnenfluh zur Braunarlspitze (2649 m) Die herrlichsten Bergblumen säumten unseren Weg und begeisterten nicht nur die Damen. Nachdem das Stierlochjoch passiert war, schlenderten wir langsam wieder abwärts zur Ravensburger Hütte (1947 m) oberhalb des Spullersees (1827 m) Unseren Durst löschten wir mit vor der Hütte mit einem guten Glas Radler und genossen die Sonne und die Bergwelt.

Am nächsten Tag querten wir oberhalb im Gelände den See und gelangten zum Buswendeplatz. Bei der 2. Tour gingen wir entlang des Spullersee`s und dann sofort hoch in die Berge. Nun ging es hoch über Bergwiesen auf einen grasbedeckten breiten Geländerücken. Eine ausgiebige Pause stärkte uns wieder. Unser Ziel war jedoch der Gehrengrat mit 2439 m Höhe.

Ein steiler Aufstieg im letzten Teil bewältigten wir recht schnell, denn oben war Mittagspause. Bei Tour 1 war hier wieder der obligatorische „Bärbock“ fällig. Eine Mischung von Doros Moorbock und Honiglikör unseres Imkers Stefan. Wir genossen die herrlich Sicht zum Säntis und die Ostschweizer Berge sowie den Alpenhauptkamm. Gegenüber des Tales grüßte die Rote Wand, einer höchsten Berge in diesem Gebiet mit 2704 m. Unter uns leuchtete die Kalkflächen des „Steinernen Meeres“ einer Karsthochfläche. Steil führte uns der Weg nun hinab. Bei der 2. Tour konnten wir eine stattliche Steinbockherde beobachten. Vor dem Überschreiten der Karstfläche machten wir noch mal einen Halt. Das zerrissene Kalkgelände birgt so manche Überraschung. So konnte ich die Teilnehmer auf Versteinerung von Muscheln aufmerksam machen. Sogenannte Kuhtrittmuscheln ca. 230 Mio. Jahre alt. Wir waren froh, als wir das Steinerne Meer hinter uns hatten denn der Weg erforderte die ganze Aufmerksamkeit. Ein falscher Tritt könnte ein Beinbruch bedeuten.

Nach einer Stunde leuchtete vom Tal tiefblau der Formarinsee herauf. Links war auf einer Anhöhe schon die Freiburger Hütte (1917 m) zu sehen. Eine halbe Stunde später war sie erreicht. Dieses Haus – Hütte ist nicht mehr der richtige Ausdruck – ist stark von MB Fahrern frequentiert, denn es gehört mit zu der Alpendurchquerung von Oberstdorf zum Gardasee.

Ebenfalls sind hier Tagestouristen hier in Massen. Beide Seen haben Busanschluss und entsprechend ist der Betrieb. Gemütlich sind die beiden besuchten Hütten nicht mehr. Moderne offene Edelstahlküchen und entsprechend hohe Preise - besonders die Freiburger Hütte – schrecken den Bergwanderer ab. Ärger gab es bei der 2. Tour mit dem Hüttenwirt, der offenbar dem Massenandrang und der Situation nicht mehr gewachsen war. (Beschwerden gingen von mehreren Teilnehmern an die Freiburger Sektion.

Am 2. Tag erwartete uns bei Tour 1 nach einem nächtlichen Gewitter nebliges Wetter. Nur selten riss mal der Himmel auf und gab die Sonne frei. Wir wanderten oberhalb des Formarinsees auf dem Felsenweg zur Zufahrtstraße und dann links allmählich unterhalb der Roten Wand schräg nach oben. Weiter über das untere und später steil hinauf  zum oberen Johannesjoch bis auf 2400 m Höhe. Das Wetter trübte immer mehr ein und es wurde kalt. Warme Kleidung aus dem Rucksack, kurze Pause und durch die Johanneswanne, einem halbrunden Bergkessel. Wie in der Beschreibung angegeben waren sehr viele große Altschneeflächen zu überqueren. Nach einem letzten steilen Anstieg waren wir endlich auf der höchsten Stelle und konnten unter uns die Göppinger Hütte (2254 m)liegen sehen.

Nach einer knappen Stunde hatten wir unser Ziel erreicht. Hier erwartete uns eine urgemütliche Hütte mit sehr netten  Wirtspaar. Wir fühlten uns nach den beiden unpersönlichen vorherigen Hütten pudelwohl. Das Wetter war nun eindeutig auf „Sauwetter“ umgeschwenkt. Starker Regen, schlechte Sicht – aber wir waren rechtzeitig eingetroffen. Wir erlebten einen wunderschönen Hüttenabend und dankten es dem Hüttenpersonal. Doro und Marianne schossen wieder mal den Vogel ab, als sie mir, mit Einvernehmen der Hüttenwirtin, einen Essigwein servieren ließen. Dröhnendes Gelächter ertönte, als ich den ahnungslos probierte. Es ist schon eine Rasselbande!

Am nächsten Morgen das gleiche Wetter. Die Hüttenwirtin selbst riet uns, nicht zur Biberacher Hütte zu gehen, sondern abzubrechen. Ein Anruf bei der Biberacher H. stieß dort auf volles Verständnis und so gingen wir ins Tal (1,5 Stunden) und fuhren mit dem Bus nach Lech zurück.

Ab in die Autos und Richtung Heimat. (Am gleichen Tag war das Drama während des Berglaufes auf die Zugspitze). Bei der Tour 2 zog sich nach Passieren des oberen Johannesjochs von Westen der Himmel immer mehr zu. Also kurze Mittagspause und wir nahmen  die Beine in die Hand. In einer Stunde hatten wir den Johanneswanne passiert. Eine tapfere Mannschaft. Als wir der Hütte zustrebten, verzogen sich die Wolken und es wurde wieder schön.

Eine interessante Gruppe war in der Nähe der Hütte am Werk. Etwa 30 junge Begsteiger vom DAV Freiburg war zur Ausbildung auf der Hütte. In einer Felswand – 100 m hinter der Hütte – ist ein Klettergarten. Hier wurden fleißig Knoten- und Seilkunde und Klettern geübt. Wieder waren wir angetan von der freundlichen Bedienung – die aus Steinbach bei Hünfeld kam und ihren Urlaub mal als Bedienung auf einer Hütte verbringen wollte – und dem Hüttenehepaar.

Am Sonntag hatte ich neben dem Normalweg zur Biberacher Hütte (1846 m) auch eine Überschreitung der Braunarlspitze (2649 m) angeboten. Fünf Teilnehmer gingen mit mir und die andern führte unser Hermann Krauss auf dem Normalweg. Nach kurzem Anstieg gingen wir auf der Bergflanke entlang. Unterhalb der Braunarlspitze mühten wir uns dann in Serpentinen steil bergauf. Das Gelände wurde dann etwas ausgesetzte und man musste schon mal etwas klettern. So erreichten wir den Gipfel---- und standen im Nebel. Hin und wieder riss dieser auf  und man konnte den Talblick genießen. Nach einer halben Stunde wandten wir uns der anderen Bergseite, dem „Weimarer Steig“ zu. Ein leichter Klettersteig, der ab und zu mal kurze, leichte gesicherte Passagen hatte uns aber keinerlei Probleme bereitete. Der Weg führte weiter – immer so auf 2000 m  Höhe - in Richtung Biberacher Hütte. Der Tiefblick in das Große Walsertal war herrlich und ließ uns staunen.

Als wir die Hütte erreicht hatten, war die andere Gruppe gerade auch eingetroffen. Sie hatten mehr Höhenmeter laufen müssen, weil es bis 1200 m runter ging. Beim Metzgertobel waren einige Schwierigkeiten wegen einer „Einbaumbrücke“ zu bewältigen.

Abends konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang anschauen was die neuen Teilnehmer richtig begeisterte. Nach einem gemütlichen Abschlussabend in der ebenfalls gemütlichen Hütte schliefen wir gut.
Der steile Abstieg zur „Bregenzer Ach“ am nächsten Morgen (750 hm) in einer Stunde ging zwar in die Beine aber das war nach den schönen Tagen kein Problem mehr. Unten wateten wir noch durch den Bergbach und kühlten die Füße. Mit dem Bus fuhren wir dann über Warth zurück nach Lech und ab ging`s in die Heimat.

Udo Merten im August 2008

 
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